ALTER JÜDISCHE FRIEDHOF

Der Alte Jüdische Friedhof in Prag ist ein Kulturdenkmal von Weltgeltung und ist ein beliebtes Touristenziel. Die Einzigartigkeit des Friedhofs beruht auf seiner Gestalt, nicht in seinem Alter. Sie werden hier nicht nur klassische Gräber mit Grabplatten finden sondern eine magische Vielfalt von Grabsteinen.
Die Juden waren von der restlichen Gesellschaft isoliert, hatten aber trotzdem ihre eigenen Grabstätten. Die ältesten Grabstätten waren an der Kleinen Seite und in der Neustadt. Am Anfang des 15. Jahrhunderts wurde ein neuer Friedhof an der höchsten Stelle des Judenghettos gegründet. Der Friedhof entspricht bis heute nahezu seinen mittelalterlichen Ausmaβen, da es im Ghetto keine Erweiterungsmöglichkeiten gegeben hatte. Aus Platzmangel und dem Verbot mit den Verstorbenen zu bewegen, begrub man die neuen Verstorbenen in weiteren Schichten. Dieses hatte ein Auf und Ab des Erdbodens zur Folge. Die alten Grabsteine wurden herausgezogen und auf die neue Ebene platziert. Dieses Bestattungssystem dauerte bis zum Jahr 1787, als der letzte verstorbene, Moses Lipman Beck, hier begraben wurde. Insgesamt befinden sich auf dem Jüdischen Friedhof etwa 12 Grabschichten, 80 000 Grabstätten und 12 000 Grabsteine. Das älteste Grabdenkmal (1439) gehört dem jüdischen Rabbi und Schriftsteller Avigdor Kara, der mit seiner Elegie „Selicha“, die das schreckliche Osterpogrom des Jahres 1389 zum Inhalt hat, bekannt wurde. Weitere hier begrabene Persönlichkeiten sind: der Mathematiker und Historiker David Gans, der Bürgermeister, Mäzen und Rabbiner Mordechai Meisel und, vor allem, der bedeutendste Rabbi der Zeit Rudolf II. und Schöpfer des legendären Golems, Rabbi Löw. Die Grabdenkmale sind oft reichhaltig verziert und enthalten neben den Hauptangaben zum Verstorbenen weitere verdichtete Informationen und jüdische Symbole. Die Tumba des Rabbi Löw ist aus rosafarbenen Marmor und mit einer Löwenplastik verziert. Sie ist von kleinen, durch Kieselsteine beschwerten Zetteln mit Wünschen, bedeckt.

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