FAUST HAUS (PALAIS-MLADOTOVSKÝ)

Das Haus Nr. 40 finden Sie an der Südseite des Karlsplatzes. Die ersten Erwähnungen stammen aus der Zeit des Viehmarkts, aus dem Jahr 1378, als Kaiser Karl IV. starb. Das Haus gehörte damals dem Herzog Johann I. von Troppau. Danach wechselte es oft seine Eigentümer. Den finsteren Ruf des Hauses begründete der Alchemist, Scharlatan und Mystiker Edward Kelley, eine bedeutende Persönlichkeit auf dem Hof Rudolf II. Rudolf II. war ein geduldiger und vertrauensvoller Mensch, er war aber nicht dumm und an den Stein der Weisen, den Kelley ihm versprach, glaubte er schließlich nicht. Gegen den Engländer, der angeblich auch Spion der Königin Elisabeth I. war, wurde wegen verschiedenster Betrügereien ein kaiserlicher Haftbefehl erlassen, der ihn ins Gefängnis brachte, wo er auch starb.
Ein weiterer Mieter des Faust-Hauses war Ferdinand Antonín Mladota von Solopysky, der sich wohl am meisten um den Namen des Hauses verdient machte. Er unternahm verschiedene metaphysische und chemische Versuche. Obwohl Mladota in der Nähe des Gebäudes eine Schieferlagerstätte fand, die er für Medikamentenproduktion nutzte, haben die Nachbarn geglaubt er sei mit dem Teufel im Bunde.
Das Faust-Haus wurde ursprünglich im gotischen Stil erbaut. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde es im Stil der Renaissance umgebaut, Mitte des 18. Jahrhunderts im Stil des Barock und die heutige Gestalt entstand um 1820 herum.
Der berühmte Doktor Faust hat in dem Haus niemals gelebt. Wenn auch der Legende nach, solle sich der Teufel Doktor Faust in diesem Haus holen. Es lebten hier ähnliche Sonderlinge und Abenteurer, die mit dem Teufel im Bunde waren. Das Gebäude widerstand wunderbarerweise auch den Bomben während des zweiten Weltkriegs. Das Faust-Haus steht bis heute und zieht Touristen aus der ganzen Welt an.

Mehr Info
Audio abspielen