FRANZ KAFKA /1883 – 1924/

Prag war schon immer ein multikulturelles und multinationales Zentrum. Erst der zweite Weltkrieg hat das lange Zusammenleben der Tschechen und Deutschen unterbrochen. Zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts bildete sich in Prag eine deutschsprachige Kommune. Hier entstand eine Literargemeinschaft, der sogenannte Prager Kreis, zu dem unter anderem Franz Werfel, Rainer Maria Rilke, Max Brod, Johannes Urzidil und auch Franz Kafka gehörte. Kafkas Romane „Der Prozess“, „Das Schloss“, „Amerika“ oder die Erzählung „Die Verwandlung“ sind weltberühmt. Kafka ist eng mit Prag verbunden. Im Jahr 2000 wurde der Platz an der Altstädter St. Nikolaus Kirche in Kafka-Platz umbenannt, da hier Franz Kafka in einer jüdisch-deutschen Familie geboren wurde. Er besuchte das deutschsprachige Staatsgymnasium, das sich im Altstädter Palais Golf-Kinsky befand. Es folgte das Studium der Rechte an der Karl-Ferdinads-Universität in Prag, an dessen Ende er die Doktorwürde erwarb. Er arbeitete bei der Versicherungsgesellschaft „Generali“ und später bei der „Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt“. Im Jahr 1922 bat Kafka aus Gesundheitsgründen vorzeitig um Pensionierung. Das letzte Jahr seines Lebens verbrachte er in Sanatorien und wurde von seiner letzten Frau Dora Diamant gepflegt. Er starb im deutschen Kierling. Begraben wurde er auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Prag. Dieser befindet sich in der Nähe der U-Bahnlinie „A“.
Es gibt viele Stätten zur Begegnung mit Kafka: zu nennen sind vor allem das Kafka-Museum auf der Prager Kleinseite (Cihelnástraße 2b) und das Kafka-Zentrum in der Altstadt (Širokástraße).

Mehr Info
Audio abspielen