GEMEINDEHAUS

Das Gemeindehaus, früher auch Repräsentationshaus, „Repre“ genannt, ein Traum der Architektur vom Anfang des 20. Jahrhunderts (1903 – 1911), gehört zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Prag. Am Ende des 19.Jahrhunderts dachten die Autoritäten der Stadt über den Bau eines Palastes nach, der als repräsentatives Gebäude für gesellschaftliche und kulturelle Zwecke dienen sollte. Im Zentrum von Prag bot sich dafür ein unregelmäβiges Grundstück an auf dem die Reste des Königspalais, des Königshofs, ursprünglich aus der Zeit der Jagiellonen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, standen. Neben dem Gemeindehaus steht aus dieser Zeit immer noch der Pulverturm. Den Bau des „Repre“ führten die zwei bedeutendsten Architekten der Zeit durch, die jedoch sehr unterschiedliche Ansichten zur Architektur hatten. Dies war ein riskantes Unterfangen, entpuppte sich aber im Nachhinein als genial: es entstand ein zauberhaftes, homogenes Architekturstück. Der Architekt Antonín Balšánek war für den Bau und das Exterieur verantwortlich. Er nutzte damals modegerechte historische Stile, mit vor allem nichtbarocken Elementen. Osvald Polívka bildete den Innenraum im einzigartigen Sezessionsstil aus. Im Inneren des Palais befinden sich zahlreiche Salons und Fest- und Ausstellungssäle, z.B. der Primator-Saal, der groβe Smetana-Konzertsaal, Restaurants und Cafés. An der Innenausstattung waren die damals besten Künstler beteiligt. Die Maler Alfons Mucha, Max Švabinský, Mikoláš Aleš ebenso wie auch die Bildhauer Ladislav Šaloun, Václav Myslbek oder Karel Špillar. Im Bogen befindet sich das Mosaik „Apotheosa Prahy“ von Karel Špillar und zwei Statuengruppen von Ladislav Šaloun, die die Demütigung und Auferstehung der böhmischen Nation symbolisieren. Die Bedeutung des Gemeindehauses ist eine überragende: am 28. Oktober 1918 wurde hier die Gründung der Tschechoslowakischen Republik ausgerufen.

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