GOLDENES GÄSSCHEN

Von der Georgsgasse gelangen wir, wenn wir ungefähr auf halbem Weg nach links in den Durchgang zur Daliborka abbiegen, in das goldene Gässchen mit dem Turm Daliborka. Berühmtheit erlangte diese attraktive Touristenstelle vor allem deswegen, weil hier unter Aufsicht Kaiser Rudolfs II. Alchemisten gewirkt haben sollen, um Gold zu erzeugen.
In Wirklichkeit zogen nach dem groβen Feuer 1541 Goldschmiede in die Hütten des Gässchen ein, wovon der älteste Name Goldschmiedengasse (Zlatnická) zeugt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden hier zwischen den Burgfesten Unterkünfte für die Burgwachen Rudolf II. gebaut. Es entstanden sonderbare kleine Häuser, die später von anderen Burgbewohnern gekauft wurden. Da es keine Kanalisation gab, waren die Lebensbedingungen in diesem Quartier unerträglich. Während der Zeit Maria Theresias mussten die Holzhütten durch Ziegelgebäude ersetzt werden. Die nächste Sanierung des Gässchen erfolgte im Jahr 1864.
Die pittoresken Häuschen sind zum Touristenmagneten geworden. Nach dem zweiten Weltkrieg, in den fünfziger Jahren, wurden die Häuser den Besitzern abgekauft und das Gässchen wurde nach Plänen des Architekten Janák komplett rekonstruiert. An den Fassaden der Häuser beteiligte sich Jiří Trnka, der bedeutende Maler und geniale Schöpfer der berühmten Marionettenfilme. Heute ist die Gasse nicht mehr bewohnt, in den Häuschen sind Souvenirläden und Cafés untergebracht. Im Haus 22 arbeitete Franz Kafka an einigen seiner Werke.

Mehr Info
Audio abspielen