JIRÁSEK- BRÜCKE (JIRÁSKŮV MOST)

Diese Straßenbrücke verbindet die Stadtteile Nové Město und Smíchov. Smíchov war ein sich schnell entwickelndes Industrieviertel und die Verbindung mit dem anderen Ufer der Moldau erschien in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts als unumgänglich. Der Brückenbau begann im Jahr 1929 nach einem Entwurf von Vlastimil Hofman und František Mencl. Die Parameter sind folgend: Material – Stahlbeton, Länge – 310 Meter, Breite – 21 Meter, 6 Bögen mit einer Spannweite von 45 bis 51 Meter, Betongeländer, dekorative Brunnen und Obelisken. Die Inbetriebnahme der Brücke erfolgte in zwei Etappen. Im Jahr 1931 wurde eine Hälfte der Brücke für die Straßenbahn in Betrieb genommen, im Jahr 1933 die andere. Die Gleise wurden aber später wieder entfernt.
Am Smíchovufer stand früher ein Pavillon des bedeutenden Baumeisters Kilian Ignaz Dientzenhofer im Stil des Barock. Dientzenhofer beteiligte sich unter anderem auch am Bau der St.-Nikolaus Kirche an der Kleinseite. Der Pavillon sollte demontiert und 100 Meter weiter stromaufwärts wieder aufgestellt werden. Man fand aber keine Versicherungsgesellschaft die dieses riskante Unternehmen versichern würde. Dennoch wurde der Pavillon abgerissen und der Bau der neuen Brücke so ermöglicht. Während der Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren wurde die Brücke zumindest nach Dientzenhofer benannt. Der patriotische Jirásek war nämlich für die Deutschen als Namensgeber inakzeptabel. Im Jahr 2012 wurde vorgeschlagen die Jirásek-Brücke in Václav Havel-Brücke umzubenennen, schließlich lebte Havel ja sogar in der Nähe der Brücke. All diese enthusiastischen, aber doch übertriebenen Bestrebungen wurden jedoch nicht realisiert. Wir gehen und fahren auch weiterhin über die Jirásek-Brücke.

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