KAMPA

Prager Venedig
Die Insel Kampa befindet sich zwischen der Moldau und ihrem künstlichen Seitenkanal „Čertovka“ /der Teufelsbach/ sowie zwischen der Karlsbrücke und der Brücke der Legionen, die auf der anderen Seite zum Nationaltheater führt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1169. Damals genehmigte König Vladislav II. dem Ritterorden vom heiligen Johannes von Jerusalem, dem späteren Ritter-Malteserorden, das erste Kloster auf der Kleinseite, eine Ordenskommende, zu bauen. Der Sitz des Ordens befindet sich hier bis heute. Nach und nach entstanden hier Gärten und Mühlen, die oft durch Hochwasser zerstört wurden. Paradoxerweise hat der Brand der Kleinseite im Jahr 1541 der Kampa geholfen: die Trümmer, die auf der Insel aufgeschüttet wurden, dienten als Bausubstanz, die Ufer wurden erhöht und befestigt.
Auf der Insel befindet sich der lange Kampa-Platz, auf dem seit dem 17. Jahrhundert traditionell Töpfermärkte stattfanden. Heute können Sie hier wunderschöne Häuser und Palais‘ bewundern oder in gemütlichen Restaurants etwas gutes genießen. Sie finden hier auch das tolle Renaissancehaus „Zum Goldenen Löwen“ oder das „Haus zum Blauen Fuchs“, das während der Regierungszeit Rudolf II. für den flämischen Goldschmied Stewardt gebaut wurde.
Den zweiten Teil der Kampa bildet ein Garten, ein beliebter Platz, an dem Sie sich erholen können; vor allem junge Leute haben hier einen Treffpunkt. In den Sova-Mühlen beherbergt das Kampa-Museum einen Teil der modernen mitteleuropäischen Kunstsammlung von Jan und Meda Mládek. Zu sehen sind hier auch die Werke der bahnbrechenden Maler der tschechischen Abstrakten Kunst: František Kupka und Otto Gutfreud. In der Nähe des Museums stehen die drei bekannten großen Babies-Stauen des kontroversen Bildhauers David Černý.

Die Sova-Mühlen
Die erste nachweisliche Erwähnung von Mühlen auf der Kampa stammt aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Im Jahr 1478, während der Regierungszeit Vladislavs von Jagiellonen, erhielt ein gewisser Wenzel Sova die Grundstücke auf der Kampa. Er baute hier eine Mühle mit einer Eisenhütte und weitere Werkstätte für Leder- und Tuchverarbeitung. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb diese Objekte ein bedeutender Prager Unternehmer, František Odkolek. Das Objekt bekam einen neogotischen Charakter. Die Änderung auf Dampfantriebtechnologie erforderte auch den Bau eines neuen Schornsteins. Nachdem der Brand im Jahr 1896 die Odkolek-Mühle ergriff, wurde ein Teil des Objekts abgerissen. Heute befindet sich hier das schon erwähnte Kampa-Museum.

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