KAROLINUM und KARLS-UNIVERSITÄT PRAG

König Wenzel II. aus dem Herrschergeschlecht der Přemysliden gelang es nicht in Prag eine Universität zu gründen. Erst der böhmische König und römische Kaiser Karl IV. gründete im Jahr 1348 das Studium Generale in Prag. Nach dem Vorbild der Universität Paris-Sorbonne und der Universität Bologna hatte die Universität alle vier Fakultäten (Philosophie, Recht, Medizin und Theologie). Es ist die älteste Universität in Mitteleuropa. Nach Prag kamen Studenten aus den Nachbarländern, vor allem aus Deutschland. Die Universität war in ganz Europa berühmt und besaß einen hervorragenden Ruf, sie prägte die europäische Elite.
Die Universität hatte kein eigenes Gebäude, also kaufte König Wenzel IV., Sohn Karl IV., im Jahr 1386 das Haus des Münzmeisters Johlin Rotlöw. Es wurde ein neues Lehrgebäude erschaffen, das heutige KAROLINUM, mit groβer Aula, Wohnungen für Magister, auch einem Gefängnis sowie einem Rüsthaus. In diesem Lehrgebäude fand das Universitätsleben statt. Das ehemals gotische Karolinum wurde im 18. Jahrhundert im Stil des Barock umgebaut. Heute können wir den gotischen Erker, damals in der Kapelle eingebaut, oder das Kreuzgewölbe in den Fluren des Gebäudes bewundern. Im Gebäude befindet sich auch die Aula magna, wo traditionell die feierlichen Promotionen oder die Übergaben der ehrenamtlichen Doktorate stattfinden. Heute ist das Karolinum ein Zentrum der Karlsuniversität, die 17 verschiedene Fakultäten und Studenten aus ganz Europa hat.

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