KATHEDRALE DER HL. VEIT, WENZEL UND ADALBERT

Die Dominante von Prag, der Veitsdom, ist das gröβte Kirchengebäude Tschechiens und die Kathedrale des Erzbistums Prag. Der Bau begann im Jahr 1344 als Prag zum Erzbistum erhoben wurde und der Erzbischof das Recht erhielt die böhmischen Könige zu krönen. Im Herbst des gleichen Jahres wurde der Grundstein der Kathedrale feierlich niedergelegt. Kaiser Karl IV. kannte die gotische Stadt Paris sehr gut und wollte die neue Kathedrale zum repräsentativen Sakralbau erheben. Der heutige Dom ist dreischiffig mit einem Querschiff, einem Triforium und von Kapellen umgeben. Die Maβe des Doms sind überwältigend: Länge: 124 Meter, Breite: 60 Meter, Höhe innen: 33 Meter, Höhe Hauptturm: 97 Meter, Höhe Fronttürme: 82 Meter, insgesamt hat der Dom 28 Pfeiler.
Zu Beginn leitete der französische Baumeister Matthias von Arras die Arbeiten an dem gotischen Bau. Er baute an der Ostseite die wichtigste Stelle, den Chor. Er stellte auch 8 Kapellen bis zum Triforium fertig und begann mit dem Bau der St.-Kreuz-Kapelle und der Sakristei. Nach seinem Tod im Jahr 1352 führte ab dem Jahr 1356 der erst 23jährige, aus Schwäbisch Gmünd stammende, Peter Parler die Arbeiten fort. Die Bauhütten Peter Parlers gehörten zu den damals bedeutendsten in Mitteleuropa. Parler erbaute die wichtige St.-Veits-Kapelle, mit dem zum ersten Mal verwendeten Sterngewölbe. Neben der Kapelle entstand die Kronkammer, in der die Krönungsinsignien aufbewahrt werden. Er erbaute auch den Glockenturm und setzte die Bauarbeiten bis zu seinem Tod im Jahr 1399 fort. Danach wurde der Bau für einige Zeit gestoppt und die Kathedrale wurde durch eine Mauer abgesperrt.
Die Prager Kathedrale ereilte ein ähnliches Schicksal wie auch andere europäische Kathedralen. Kriege, Gleichgültigkeit der Herrscher, ungenügende Finanzmittel: das alles führte für mehr als 50 Jahre zur Unterbrechung der Bauarbeiten. In der Zeit der Jagiellonen wurde im Zusammenhang mit dem Alten Königspalast das Königs-Oratorium gebaut. Es waren hier die bedeutenden Architekten Benedikt Ried und Hans Spies tätig. Der Turmaufsatz wurde in den Jahren 1560-1562 von Bonifaz Wohlmut geschaffen , von 1770 stammt die barocke Decke des Glockenturms. Man erkennt auf den ersten Blick wo der Turm im Stil der Renaissance fortgsetzt wurde. Die Kathedrale wurde erst 1929 vollendet.
Von 1873 bis 1929 wurde der Veitsdom von den Architekten Joseph Kranner und Josef Mocker im Stil der Neogotik fertiggestellt. Mockers Nachfolger war Kamil Hilbert. Im Inneren des Doms findet sich eine überaus reiche Ausstattung. An dieser beteiligten sich auch die weltberühmten Künstler, die Maler Max Švabinský und Alfons Mucha, die zu den besten ihrer Zunft gehörten.

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