KIRCHE ST. CYRILL UND METHOD

Die orthodoxe St.-Cyrill-und-Method-Kirche ist der Hauptdom des Metropolitenrates der Orthodoxen Tschechischen Kirche. Sie befindet sich an der Ecke der Resslova-Straße und der Na Zderaze-Straße. Sie wurde zwischen den Jahren 1730 – 1740 nach einem Entwurf der barocken Baumeister Paul Ignaz Bayer und Kilian Ignaz Dientzenhofer gebaut und St. Karl Borromäus geweiht. Laut einer Sage, stand auf dieser Stelle eine St. Method geweihte Kirche, in der Fürst Bořivoj und seine Ehefrau Ludmila von Method selbst getauft wurden. Während der Zeit Josephs II. wurde die Kirche nicht mehr als solche genutzt und diente als Lager und Kaserne. Im Jahr 1921, in der neu entstandenen Tschechoslowakei, reorganisierte sich die orthodoxe Kirche und Bischof Gorazd suchte ein geeignetes Objekt für den orthodoxen Dom. Die tschechoslowakische Regierung stellte der orthodoxen Kirche die ehemalige römisch-katholische St.-Karl Borromäus-Kirche zur Verfügung. Der Dom wurde am 28. September 1935, am Tag des hl. Wenzels, feierlich geweiht.
Die Kirche ist heute ein Symbolort des tschechischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Sie spielte eine wichtige Rolle während des zweiten Weltkriegs, während der Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren. Die einheimischen und auch ausländischen Widerstandskämpfer waren sich über den wirklichen Feind einig. Die Exil-Regierung entschied in London über das Attentat auf den Stellvertreter des Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Heydrich wurde als drittmächtigster Mann des Nazi-Systems bezeichnet. Die Operation mit dem Decknamen Anthropoid war die bedeutendste terroristische Tat gegen den Nationalsozialismus während des zweiten Weltkriegs und die Tschechoslowakei trat zu der antinazistischen Koalition bei. Heydrichs Tod verursachte eine Welle der Gewalt. Die Widerstandskämpfer, 7 Fallschirmspringer, die das Attentat verübt hatten, verbargen sich in der damaligen Karl-Borromäus-Kirche. Am 17. Juni waren die Attentäter verraten worden und am 18. Juni begann ein SS-Kommando das Gotteshaus zu stürmen. Alle Fallschirmspringer kamen ums Leben: Adolf Opálka, Josef Valčík, Jan Kubiš, Jozef Gabčík, Josef Bublík, Jaroslav Švarc, und Jan Hrubý. Wegen Unterstützung der Attentäter wurden auch die Vertreter der orthodoxen Kirche einschließlich des Bischofs Gorazd hingerichtet.
Diese Stelle ist heute eine Nationale Gedenkstätte für die Opfer der Heydrichiade - Ort der Versöhnung. Hier befindet sich eine Dauerausstellung und Sie können den Dom und die Krypta, wo die Fallschirmspringer bis zur letzten Patrone kämpften, besuchen. Gegenüber der Gedenkstätte befindet sich eine empfehlenswerte stilechte Kneipe „Krčma U Parašutistů“ (Bei den Fallschirmspringern), die uns mit ihrer Ausstattung an die Kampftraditionen der tschechoslowakischen Armee erinnert.

Mehr Info
Audio abspielen