KIRCHE ST. MARIA HIMMELFAHRT UND KAISER KARL DER GROSSE UND POLIZEIMUSEUM

Während der grandiosen Gründung der Neustadt durch Karl IV. war ein systematischer Aufbau der Klöster und Kirchen geplant. Die fünf von Karl IV. gegründeten Neustädter Kirchen sind in der Form eines Kreuzes aufgestellt. In der Mitte steht die St. Apollinaris Kirche, am west-östlichen Arm des Kreuzes die Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große und das Emmauskloster und am nord-südlichen Arm die Kirche St. Maria auf der Säule und das Kloster St.Katharina. Die Heilige Katharina war die beliebteste Heilige von Kaiser Karl IV.
Die Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große wurde direkt an der Stadtmauer am höchsten Punkt im Südosten der Neustadt gegründet. 1350 siedelte Karl IV. hier Augustiner-Chorherren aus Frankreich an. Der Kaiser bewunderte aus verständlichen Gründen den Neugründer des Römischen Reiches, seinen Vorgänger - Karl den Großen. Dessen 3 Zähne erwarb Karl IV. in Aachen und widmete sie als wertvolle Reliquie der Kirche. Nicht zufällig knüpft die Kirche auch im Grundriss - einem Oktagon mit kurzem polygonalem Chor - an die Aachener Pfalzkapelle, wo Karl der Große bestattet ist. Matthias von Arras nahm den gotischen Bau im Jahr 1351 auf und die Kirche wurde ein Jahr vor Karls Tod, im Jahr 1377, geweiht. Die Kirche wurde während der Hussitenkriege teilweise zerstört; es kam zu zahlreichen barocken Um- und Anbauten. Im Jahr 1575 erstellte Bonifaz Wolmut das monumentale Sternrippengewölbe mit einem Durchmesser von rund 24 Metern. 1708 wurde durch Johann Santini-Aichel an der Südseite eine "heilige Stiege" erbaut, eine freie Nachahmung der Treppen der römischen Lateranbasilika, bei der der mittlere Treppenabschnitt nur auf Knien begehbar war. Santini-Aichel fügte zum Bau noch einige andere gotische Elemente hinzu. Das Kircheninnere ist im Stil des Barock.
Der extrem anspruchsvolle Bau des Kirchengewölbes hängt mit einer Legende zusammen: Der Baumeister solle mit dem Teufel im Bunde gewesen sein, um den Erfolg seines Bauwerks zu sichern. Nachdem er das Gewölbe fertiggestellt hatte und sah, wie riesig es war, erschrak er. Als das Gerüst entfernt wurde, erklang ein Knall. Der Baumeister dachte, dass die ganze Konstruktion eingestürzt ist und beendete sein Leben durch einen Sprung in den nahen Moldau-Fluss. In der Tat, stürzte mit einem großen Knall nur das Stützgerüst ein und das Gewölbe blieb erhalten. Der Teufel hat gewonnen. Er beschützte den Bau und hat die Seele des Baumeisters gewonnen.
Im ehemaligen Augustiner-Kloster neben der Kirche befindet sich heute das Polizeimuseum der Tschechischen Republik. Die Ausstellungen sind der Gründung und der Entwicklung der einzelnen Polizeitruppen seit Anfang der Tschechoslowakei bis heute gewidmet. Unter anderem sind hier auch Ausstellungen, die bedeutende kriminalistische Fälle beschreiben.

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