KLEINSEITNER BRÜCKENTÜRME

Vermutlich sollten an beiden Enden der Steinbrücke, der heutigen Karlsbrücke, zwei gleichaussehende Türme stehen. König Wenzel IV. nahm es jedoch in solchen Dingen nicht so genau wie sein Vater Karl IV. Dazu herrschte zu dieser Zeit eine tiefe gesellschaftliche Krise, die die Hussiterevolution zur Folge hatte. Das alles verhinderte den Bau des beabsichtigten Kleinseitner Brückenturms. Bevor wir also von der Karlsbrücke auf die Kleinseite kommen, gehen wir unter einem gotischen Torbogen hindurch, der zwei unterschiedliche Türme verbindet. Der Bau des Torbogens erfolgte nach dem Bau der Karlsbrücke. Links ist der kleinere und ältere, ursprünglich romanische Turm, der zur Befestigung der ersten Judithbrücke gehörte. Der sogenannte Judithturm wurde im 16. Jahrhundert zu seinem heutigen Aussehen umgebaut, das der Renaissance entspricht. Rechts ist der höhere Brückenturm, der um 1464 im Auftrag von König Georg von Podiebrad /1458-1471/ im gotischen Stil errichtet wurde. Er ist über 40 m hoch und nicht so reichhaltig geschmückt wie der Altstädter Brückenturm. Die letzten Umgestaltungsarbeiten wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Josef Mocker, der auch am neogotischen Umbau des St.-Veitsdoms beteiligt war, durchgeführt. Wenn Sie auf den Wandelgang hinaufsteigen, können Sie einen wunderschönen Ausblick auf Prag genießen.

Mehr Info
Audio abspielen