KLEINSEITNER RING

Schon im 10. Jahrhundert stand auf dem heutigen Platz eine dem heiligen Wenzel geweihte romanische Kirche. Der Platz diente als Marktplatz und öffentliche Anlage, wo sich einst ein Pranger und ein Galgen befanden. Die nicht entsprechende romanische Kirche wurde 1283 durch eine dem heiligen Nikolaus geweihte gotische Pfarrei ersetzt. Zu großen Änderungen kam es nach dem Brand im Jahr 1541. 1620 dominierten die Jesuiten den Platz. Sie hatten die St.-Nikolauskirche in Gebrauch und kauften auch einen großen Teil der Häuser und Grundstücke auf. Eine Volksschule und ein Gymnasium wurden auf der Pfarrei errichtet. Ausreichende Finanzmittel ermöglichten dem Jesuitenorden die Errichtung eines neuen Barockdoms und eines Studentenwohnheims.
Die St.- Nikolauskirche mit dem anschließenden Berufshaus der Jesuiten teilt den Kleinseitner Ring in zwei Teile, den oberen und unteren Ring. Im unteren Teil an der Ostseite, wo die Straßenbahn fährt, befindet sich das Palais Kaiserstein, in dem die weltberühmte Operndiva Ema Destinová vor dem ersten Weltkrieg lebte. Daneben steht das ehemalige Kleinseitner Rathaus, das sogenannte „Malostranská beseda“, wo Konzerte und Theateraufführungen stattfinden. An der unteren Nordseite befinden sich der Smiricky und der Sternberg Palast, die beide zum Abgeordnetenhauskomplex gehören.
Der Platz erhielt während seiner Historie verschiedene Namen, unter anderem: Ringplatz, Kleinseitner Ringplatz oder auch Marschall-Radetzky-Platz. Die Statue dieses genialen, aus Böhmen stammenden, österreichischen Heerführers, stand bis 1919 am unteren Ende des Platzes. Im oberen Teil befindet sich das Palais Liechtenstein und das Hartig-Palais, wo sich die Fakultät für Musik der Akademie der musischen Künste befindet. In der Mitte des Platzes steht die Dreifaltigkeitssäule, die im Jahr 1717 nach Entwurf von Giovanni Batista Alliprandi entstand und die das Ende der Pest feiert.
Zum Schluss sollte man erwähnen, dass der Platz von renommierten Restaurants und Cafés umgeben ist. Diese sollten Sie während Ihrer Besichtigung auf keinen Fall vergessen.

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