MAISEL - SYNAGOGE

Das heutige neugotische Aussehen erhielt die Synagoge in den Jahren 1893-1905 nach Plänen von Alfred Grotte. Vom ursprünglichen Renaissancegebäude blieb der dreischiffige Grundriss und die in Etagen errichteten Frauengalerien erhalten. Heute befinden sich hier die Ausstellungsräume und das Depositorium des jüdischen Museums. Als Hauptattraktion gilt die Ausstellung des synagogalen Silbers und der synagogalen jüdischen Vorhänge aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Den vergoldeten Silberbecher der angeblich Rabbi Löw gehörte kann man hier auch bewundern. Ein Teil der Ausstellung ist der Persönlichkeit Mordechai Meisel gewidmet der 1601 verstarb.
Mordechai Meisel war ein reicher Bankier, Mäzen und Hofjude Kaiser Rudolf II. Damals war Prag das Kultur- und Gesellschaftszentrum des Reiches. Kaiser Rudolf II. verlegte seinen Amtssitz im Jahr 1583 von Wien nach Prag, wo er auch 1616 starb. Meisel galt als einer der reichsten Männer seiner Zeit und er nutzte seine Position zum Wohl der Judengemeinde. Dem Kaiser lieh er Geld und bekam als Gegenleistung eine Genehmigung für Tätigkeiten die zu Verbesserungen der Bedingungen im Ghetto führten. Meisel zögerte nicht sich bei Rudolf II. zu verpflichten, dass der Kaiser nach dem Tod des Mäzen die Hälfte seines Vermögens erhält. Die Bedeutung von Mordechai Meisel liegt vor allem in seinem Mäzenatentum, der Finanzierung des Ghettoumbaus im Renaissancestil. Er beteiligte sich am Bau der Synagogen, des jüdischen Rathauses und des Spitals und er ließ auf eigene Kosten die Straßen der Judenstadt pflastern. Er vollendete den Bau einer eigenen privaten Synagoge, die jedoch im Jahr 1689 während des großen Altstadtbrandes vernichtet wurde. Sie wurde wieder mit einem kleineren Grundriss im Barockstil erbaut. Das heutige Aussehen ist, wie schon am Anfang erwähnt wurde, neogotisch.

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