PALACKÝ-BRÜCKE

Die Palacký-Brücke ist die drittälteste erhaltene Moldaubrücke, die sechste stromabwärts. Sie wurde 1876-1878 nach einem Entwurf von Bedřich Münzberger und Josef Reiter erbaut. Der Bau wurde von der Firma Gebrüder Klein, Schmoll & Gärtner übernommen. Die sich rasch entwickelnden Prager Viertel am linken Moldauufer benötigten eine weitere neue Brücke. Bis zu dieser Zeit gab es nur die Karlsbrücke und den Negrelli-Viadukt. Die neue Brücke wurde am 22. 12. 1878 fertiggestellt. Sie wurde zuerst „Kamenný na Smíchov“ (Steinerne nach Smíchov) genannt; kurz danach erhielt sie den Namen Palacký-Brücke. Während der Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren wurde sie einstweilig Mozart-Brücke genannt.
Es handelt sich um eine Steinbrücke, die 7 Gewölbe hat. Die Länge beträgt etwa 230 Meter, die ursprüngliche Breite der Fahrbahn war 7,7 Meter und die Breite des Gehwegs 1,5 Meter. Nachdem die Brücke nach dem zweiten Weltkrieg erweitert wurde, ist die Breite der Fahrbahn 10,3 Meter und die Breite des Gehwegs 1,8 Meter. Bei der Installation der Pfeiler wurde eine technische Neuigkeit angewendet: der Senkkasten (Caisson). Die Brücke besteht aus Steinen, die die tschechischen Nationalfarben haben: Pfeiler und Gewölbequader aus blauem Granit, Gewölbemauern aus rotem Sandstein und Geländerkegel aus weißem Carrara-Marmor. Aufgrund der Luftverschmutzung verschwanden die farblichen Unterschiede jedoch recht bald. Die Brücke war von zahlreichen Statuen geschmückt. Im Vorfeld beider Brückenufer standen Statuen der mythischen Gestalten von Josef Václav Myslbek. Der Bombenangriff Ende des zweiten Weltkriegs zerstörte einen großen Teil der Brückendekoration. Die Statuen wurden restauriert und auf die Burg Vyšehrad verlegt.

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