PALAIS STERNBERG

Das spätbarocke Bauwerk mit der Hausnummer 15 liegt beim Hradschiner Platz. Sie müssen der engen Gasse die entlang des Erzbischöflichen Palais' führt folgen, dann werden Sie dies Gebäude erreichen: direkt vom Platz aus kann man es heute nämlich nicht sehen. Das Palais wurde 1698-1708 für den Grafen Wenzel Adalbert von Sternberg gebaut. Am Bau beteiligten sich mehrere Architekten: Domenici Martinelli, Christoph Dientzenhofer oder Giovanni Battista Alliprandi. Das vierschiffige Palais hat zwei Etagen, einen rechteckigen Hof und einen kleinen Garten.
Die Gesellschaft patriotischer Freunde der Kunst kaufte das Palais im Jahr 1811 und gründete hier die erste öffentliche Gemäldegalerie in Prag. Das Palais diente auch den böhmischen Wissenschaftlern. Seit dem Jahr 1872 beherbergte das Gebäude eine Nervenheilanstalt des St. Anna-Frauen-Vereines, das sogenannte Ernestinum. 1946-1948 wurde das Palais Sternberg den Bedürfnissen der Nationalgalerie angepasst. Heute befindet sich hier eine ständige Ausstellung alter europäischer Kunst.
Das Erdgeschoß beherbergt vor allem deutsche und österreichische Kunst des 16. - 18. Jahrhunderts. Zu nennen ist eine Kostbarkeit dieser Ausstellung: Das Rosenkranzfest von Albrecht Dürer, ein Gemälde, das der Kunstbewunderer Rudolf II. für Prag erwarb.
Der erste Stock enthält Werke aus den antiken Reichen Griechenland und Rom, sowie Werke der italienischen Meister aus dem 14. bis 16. Jahrhundert.
Im zweiten Stock befinden sich Werke von italienischen, spanischen, französischen und niederländischen Künstlern wie Tintoretto, El Greco, Goya, Rubens, Van Dyck und Rembrandt. Die Ausstellungen werden von der Nationalgalerie oft durch Begleitprogramme ergänzt.

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