PINKAS-SYNAGOGE

Die Pinkas-Synagoge ist die zweitälteste Synagoge in Prag. Aron Horowitz ließ sie um das Jahr 1535 als privates Familienbethaus neben dem Alten jüdischen Friedhof errichten. Später wurde sie zur öffentlichen Synagoge mit dem heiligen Ritualbad - Mikve. Die Synagoge ist nach dem Krakauer Rabbi Pinkas, der mit Horowitz nahe verwandt war, benannt. In der historischen Literatur erscheint auch der Name Pinkasschul.
Heute ist die Pinkas-Synagoge eine oft aufgesuchte Gedenkstätte zum Holocaust: Gedenkstätte 77.297. An den Wänden der Räume sind die Namen von 77.297 tschechischen und mährischen Juden, die während des zweiten Weltkriegs in den Konzentrationslagern umgekommen sind, verewigt. So können sich die in verschiedener Zeit und in verschiedenen Konzentrationslagern verstorbenen Familienangehörigen wenigstens symbolisch auf den Wänden der Synagoge treffen. Die Informationen über die Opfer sind in folgender Reihenfolge aufgeschrieben: der letzte Wohnort, Nachname, Vorname, Geburtsdatum, Todesdatum oder Datum der letzten Nachricht über das Opfer, das heißt meistens das Datum des Transports in das Konzentrationslager. Die mit den Namen beschriebenen Wände wecken starke Emotionen, wie auch die Ausstellung der 4.500 Zeichnungen jener Kinder, die in den Jahren 1942 – 1944 gezwungen waren im Lager Theresienstadt zu leben. In Theresienstadt wurden die tschechischen und mährischen Juden vor dem Weg in die Vernichtungslager versammelt.

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