PODSKALÍ - ZOLLHAUS AM VÝTOŇ – MUSEUM DER FLOSSFAHRT

Das Gebäude des Podskalí-Zollhauses bei der Eisenbahnbrücke am Uferquai "Rašínovo nábřeží" kann man nicht übersehen. Das ursprünglich gotische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert befindet sich isoliert unter dem Niveau des übrigen Geländes. Es erinnert an die Existenz der alten Ortschaft "Podskalí", eine ursprüngliche Fischerortschaft, die sich zwischen der Eisenbahnbrücke und der Insel "Slovanský ostrov" auf dem Niveau der Moldau befand. Podskalí, unter dem Vyšehrad-Fels, existierte seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Außer Fischfang wurde hier auch mit Holz gehandelt. Die Ortschaft erhielte das Monopolrecht für den Holzhandel. Das Holz wurde von den Flößern aus Südböhmen auf der Moldau transportiert. Im 16. Jahrhundert war hier ein Zollhaus. Dort wurde der Zoll für das Holz, das über das Wasser nach Prag transportiert wurde, bezahlt. Die Stelle, wo das Zollhaus steht, heißt Výtoň - von dem Verb "vytínat" (deutsch herausnehmen). Ein Teil des Holzes wurde von den verbundenen Flößen „herausgenommen“ und der Zoll damit bezahlt. Diese Steuer erhielt das nahe Kapitel Vyšehrad, dem die Ortschaft Podskalí unterstand. Später wurde die Steuer der Neustadt und zuletzt dem Staat abgeführt. Ursprünglich war das Zollhaus ein versperrter Hof auf dem das Holz gelagert wurde und wo die Steuereintreiber wohnten. Nach und nach wurde Výtoň zu einem wirklichen Zollamt und zu einer Stelle, wo sich die Flößer nach der sechstägigen Fahrt mit den Holzflößen von Vyšší Brod nach Prag erholten.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand die alte Ortschaft Podskalí. Katastrophale Überschwemmungen führten zum Bau eines schützenden Kais, die Häuser und Läden mit Holz wurden abgerissen, das Terrainniveau wurde erhoben und es wurden moderne Mietshäuser gebaut. Das Gebäude des Zollhauses beherbergt heute ein Museum, das an das Leben im alten Podskalí, sowie an die Arbeit der Moldau-Flößer und an die Dampfschifffahrt auf der Moldau erinnert.

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