RUDOLFINUM

Das im Neorenaissance Stil erbautes Rudolfinum ist die Dominante des heutigen Jan-Palach-Platzes. Es wird auch als das Haus der Künstler bezeichnet. Auf dem Platz stehen noch zwei weitere bedeutende Gebäude. Gegenüber dem Rudolfinum stehen die Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag /UMPRUM genannt/ und die zur Moldau gewandte Philosophische Fakultät der Karlsuniversität.
Das Mehrzweckgebäude wurde im Auftrag der böhmischen Sparkasse zu ihrem fünfzigsten Jubiläum von den beiden Architekten Josef Zítek und Josef Schulz in den Jahren 1876-1881 errichtet. Zítka und Schulz beteiligten sich auch am Bau des Nationaltheaters und des Nationalmuseums. Das Gebäude ist nach dem Schirmherr des Projekts, Kronprinz Rudolf, benannt. Damals ahnte man nicht, dass einige Jahre später der Prinz und seine Geliebte in Mayerling, südwestlich von Wien gelegen, Selbstmord begehen werden. Das würdevolle Haus der Künstler beherbergt verschiedene Konzertsäle und vor allem die Heimstatt des klassischen Prager Orchesters: den sogenannten Dvořák-Saal.
In der neu gegründeten Tschechoslowakei wurde das Rudolfinum zum Abgeordnetenhaus. Im Jahr 1938 fanden hier Proteste gegen das Münchner Abkommen, gegen die deutsche Besetzung des Sudetenlandes, statt.
Heute ist das Rudolfinum die Heimstatt der Tschechischen Philharmonie. Auch finden hier wichtige Konzerte des Musikfestivals „Prager Frühling“ statt. Die Innenausstattung zeugt von der Hauptaufgabe dieses Gebäudes: an den Seiten der breiten Treppe sind Statuen der Musikmusen angeordnet. Die Statuen der bedeutenden weltberühmten Komponisten stehen auf der Attika des Gebäudes. Der bekannte Roman von Jiří Weil „Mendelssohn auf dem Dach“ hängt auch mit dem Rudolfinum zusammen: auf Befehl Heydrichs sollen zwei tschechische Angestellte die Büste des jüdischen Komponisten Mendelssohn entfernen; sie wissen aber nicht welche das ist und sie entfernen die Büste Richard Wagners...

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