ST.-JAKOB-KIRCHE

Die St.-Jakob-Kirche gehört zu den Barockjuwelen der Prager Kirchen. Sie befindet sich zwischen dem Altstädter Ring und dem Platz der Republik. Die Gründung der Kirche hängt wahrscheinlich mit den Reliquien des St. Jakob zusammen, welche der böhmische König Přemysl Ottokar II. erhielt.
Im Jahr 1232 wurde die ursprüngliche kleine Kirche abgerissen. Auf dessen Grundsteinen baute man das Minoritenkloster mit Kirche.
Die Bedeutung der Kirche ist auch auch im Text der Chronik von Zbraslav (Zbraslavská kronika) nachzulesen. Hier fand ein fürstliches Mahl statt, um die Krönung Johann von Luxemburgs, dem Vater von Karl IV. zu feiern. Nach dem verheerenden Feuer im Jahr 1316 wurde die Kirche neu erbaut. Während der Regierung der Luxemburger wurde sie mit dem St.-Veits-Dom zum Zentrum des geistlichen und gesellschaftlichen Lebens. Es ist kein Zufall, dass hier der Leib des Karl IV. vor der Bestattung aufgebahrt wurde.
Zur Wende des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Kirche in den heutigen Barockstil umgebaut. Es ist nach dem St.-Veits-Dom die zweitlängste Kirche. Die drei Türme dienten den Pilgern des Jakobswegs zum Grab des Heiligen als Orientierung auf ihrer Reise nach Santiago de Compostella. Über dem Haupteingang ist der Patron St. Jakob als Wanderer mit Stock abgebildet. Der reichhaltig verzierte Innenraum besteht aus 21 Altären mit wunderbaren Gemälden bekannter Maler der damaligen Zeit: J. Heinsch, Petr Brandl oder V.V. Reiner, der Autor des Gemäldes auf dem Hauptaltar „Die Folterung der heiligen Jakoba“, “Umučení sv. Jakuby“. Eine der Hauptattraktionen ist die Barockgrabstätte des Fürsten Wratislaw von Mitrovitz. Das Design wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach geschaffen. Die Statuen auf dem Grabmal stammen von Maxmilian Brokoff, der auch Bildhauer einiger Statuen auf der Karlsbrücke ist. Die Orgel wurde von Abraham Stark von Lokte Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffen. Dank der perfekten Akustik der Kirche findet hier eine Reihe von Konzerten in traumhafter Atmosphäre statt.
In der Kirche befindet sich auch eine Holzstatue der Jungfrau Maria. Der Legende nach wollte ihr ein Dieb nachts die Kleinodien stehlen. Die Jungfrau hielt ihn an der Hand fest und er konnte nicht wegrennen. Am nächsten Morgen fand ihn der Abt der Kirche: er schnitt dem Dieb die Hand ab und hat diese an der Wand der Kirche aufgehängt um an die zehn Gebote zu erinnern. Kommen Sie in die Kirche herein, gehen Sie nach rechts, schauen Sie nach oben….die Legende lügt nicht.

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