ST. MARTIN IN DER MAUER

Die romanische Martinskirche wurde am Ende des 12. Jahrhunderts am Rande der Stadt, der heutigen Altstadt, errichtet. Die Südseite der Kirche bezog man in die Stadtmauer mit ein und seit dieser Zeit trägt die Kirche die ungewöhnliche Bezeichnung „In der Mauer“. Während der Zeit Karl IV. wurde die Kirche im gotischen Stil umgebaut, das Schiff wurde erhöht und an der Seite entstand ein neuer Turm. Es folgten Ende der siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts Umgestaltungsarbeiten im Stil des Barock. Kurz danach wurde die Kirche während der Zeit Josephs II. geschlossen und das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte die Stadt Prag das Haus und restaurierte die Kirche unter Leitung von Kamil Hilbert. Heute gehört die Kirche der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Die Kommunion erfolgte hier zum ersten Mal unter „beiderlei Gestalt“, also die Kommunion von Christi Leib und Blut. Aus diesem Grund ist das Symbol der Hussitenbewegung ein Kelch. Die Gedenktafel an der Kirchenmauer erinnert uns daran, dass am hiesigen Friedhof die Bildhauer Johann Brokoff und seine Söhne bestattet sind. Ihre Werke können wir an vielen Stellen von Prag bewundern.

Mehr Info
Audio abspielen