ST.-NIKOLAUS-KIRCHE

Eine der schönsten Barockkirchen wurde in den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts von Kilian Ignaz Dientzenhofer erbaut. An dieser Stelle stand ursprünglich eine, als Gemeindekirche der Altstadt dienende gotische Kirche. Im Zusammenhang mit der böhmischen Rekatholisierung wurde die Kirche dem Benediktinerorden übergeben. Die Kirche wurde St. Nikolaus geweiht, dem Beschützer der Händler und Seemänner, der auch die Selbstverwaltung der Stadt bewahren sollte.
Der Benediktinerorden verwaltete die Kirche bis ihr Orden von Joseph II. als unnötig und dem Staat unnütz im Jahr 1782 abgeschafft wurde. Die Kirche wurde in den darauf folgenden Jahren zu weltlichen Zwecken benutzt: als Getreidelagerhaus, Archiv, Konzertsaal und sogar als Garnison. Die Kirche wurde ab dem Jahr 1871 von der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde benutzt. Aus dieser Zeit stammt der Kronleuchter, der die Form einer Kaiserkrone hat und unglaubliche 1400 Kilo wiegt. Diesen Kronleuchter, der von der Glashütte Harrachov im Jahr 1880 hergestellt wurde, schenkte der Kirchengemeinde Zar Nikolaus II. Seit dem ersten Weltkrieg wird die Kirche von der Hussitenkirche verwaltet.
Da der eigentliche Haupteingang in die Judenstadt und der Seiteneingang auf den wichtigeren Altstädter Ring führte, ist die Besonderheit der Kirche, dass eben dieser Seiteneingang wie der eigentliche Haupteingang erscheint und auch dessen Funktion erfüllt. Die Zerstörung des neuzeitlichen Rathausflügels ließ die Kirche noch besser zur Erscheinung kommen. Neben dem Haupteingang steht das Geburtshaus von Franz Kafka. An dieses Ereignis erinnert eine an das Haus angebrachte Gedenktafel.

Mehr Info
Audio abspielen