ST.-THOMAS-KIRCHE

Die vor allem historisch bedeutende Kleinseitnerkirche befindet sich auf einem leider beengten Raum der Josefská-Straße in der Nähe des Kleinseitner Rings. Die Kirche wurde im Jahr 1285 vom Augustinerorden gegründet, der unter der Herrschaft Königs Wenzel II. nach Böhmen kam. Ein Jahr nach dem Tod Kaiser Karl IV., im Jahr 1379, wurde diese gotische dreischiffige Kirche fertiggestellt und geweiht. Im Jahr 1420 wurde die Kirche von den Hussiten in Brand gesteckt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde sie renoviert um 1541 wieder in einem verheerenden Feuer der Kleinseite abzubrennen. Im 16. Jahrhundert folgte der Wiederaufbau im Stil der Renaissance. Während der Zeit Rudolf II. war die Kirche sehr beliebt und von großer Bedeutung. Der Hauptarchitekt des Kaisers Ulrico Aostali, und der Schöpfer der Mythologie-Statuen des Waldstein-Gartens, der niederländische Bildhauer Adriaen de Vries, sind hier begraben. Das Fresko auf dem Gewölbe ist von Wenzel Lorenz Reiner, der Hauptaltar ist mit den Gemälden Peter Paul Rubens' die „Folter des Heiligen Thomas bis zum Tode“ und der „Heilige Augustinus an der Meeresküste“ geschmückt. Die Originale dieser Gemälde befinden sich in der Nationalgalerie im Palais Sternberg. In der Kirche können wir auch die Statuen von Maximilian Brokoff und Jeroným Kohl sowie die Gemälde von Karel Škréta bewundern. Die heutige Gestalt erhielt die Kirche durch einen barocken Umbau des Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer.
Die hiesigen Augustiner waren auch gute Braumeister. Sie versorgten mit ihrem schmackhaften Bier das komplette linke Moldauufer. Im 16. Jahrhundert waren sie sogar die exklusiven Bierlieferanten der Prager Burg. Ein guter Grund in die berühmte Bierstube „Zum hl. Thomas“ zu gehen und das Bier der dortigen Brauerei zu kosten.

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