TANZENDES HAUS

Eine bedeutende moderne architektonische Sehenswürdigkeit in Prag, die bei ihrer Fertigstellung, vor etwa zwanzig Jahren, viele Kritiker aber auch Befürworter hatte. Heute ist das Tanzende Haus eine ausgesuchte Touristenattraktion, die ein Teil der Stadt geworden ist, wie z. B. auch der nahe funktionale Komplex Mánes und viele andere auffallende Gebäude.
Am aktuellen Standort des Tanzenden Hauses befand sich bis zum Jahr 1945 ein Wohnhaus, das durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Im Jahr 1963 wurde die Entscheidung getroffen, dass die dadurch entstandene Baulücke bebaut werden sollte. In den achtziger Jahren lieferte der in Zagreb geborene tschechische Architekt Vlado Milunić die Baupläne des Tanzenden Hauses. Vlado Milunić entwarf unter anderem auch das Projekt der Wohnung von Václav Havel, der über Jahrzehnte in der Nähe des zunächst brach liegenden Grundstücks wohnte. Die dynamische Architektur des Tanzenden Hauses sollte die Änderungen und die Bewegung der tschechoslowakischen Gesellschaft symbolisieren. Das Projekt entsprach aber absolut nicht der benachbarten Bebauung. Man kann von einem wirklichen Wunder sprechen, dass, bestimmt auch Dank großem Einfluss von Václav Havel, alle benötigte Genehmigungen, vor allem von den Denkmalpflegern, erteilt wurden und dass das Projekt im Enthusiasmus der Nachrevolutionszeit so großzügig realisiert wurde.
Im Jahr 1992 erwarb die niederländische Versicherungsgesellschaft „Nationale Nederlanden“ den Grund und Boden. Im Jahr 1996 wurde das Tanzende Haus als Bürogebäude in Betrieb genommen. Vlado Milunić lieferte die Baupläne in Kooperation mit dem kanadischen Architekten Frank Gehry und mit der aus Tschechien stammenden britischen Architektin Eva Jiřičná. Die zwei Türme des Gebäudes erinnern an eine Tänzerin im gläsernen Faltenkleid, die sich grazil an den Herrn mit Hut schmiegt. Aus diesem Grund wird es oft auch Ginger und Fred genannt, nach dem bekannten Tanzpaar der dreißiger Jahre: Fred Astaire und Ginger Rogers. Das Gebäude ist neun Etagen hoch, die Stützen im Erdgeschoss reichen über den Fußweg hinaus bis an die Straßenkanten. Die Räume sind asymmetrisch und die Wände schief. In der obersten Etage gibt es ein Restaurant mit Aussicht. Das Tanzende Haus wurde mit vielen Designpreisen ausgezeichnet und es hat die Architektur von Prag beachtenswert bereichert.

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